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Die Geschichte

zu meinem Lebensbaum

als Plakatmotiv für ein Projekt

der Demenzgruppe Kaltenkirchen

 

 

Meine alte Freundin Christa Bielenberg rief mich eines Tages im  vergangenen Sommer (2010) an und fragte, ob ich Lust hätte, für ein einjähriges Projekt des Arbeitskreises Demenz Kaltenkirchen, ein Plakatmotiv zu malen. Spontan sagte ich zu.

 

Bis dahin hatte ich schon von der Krankheit Demenz und den unterschiedlichen Aktionen um Christa Bielenberg und deren Arbeitskreis gehört, wusste aber dennoch nicht richtig über das Thema Bescheid.

 

Ich forschte im Internet unter dem Thema Demenz nach und holte mir vielfältige Informationen ein. Mir wurde klar, dass die Krankheit Demenz immer mehr Raum in unserer immer älter werdenden Gesellschaft haben wird. Das bestärkte mich, dieses Projekt auf meine Art zu unterstützen.

 

Jetzt wollte ich mein neu gewonnenes Wissen in ein Bild umsetzen.

 

Ich überlegte hin und her. Vor meinem inneren Auge sah ich einen alternden Menschen, der schon so viel in seinem Leben geleistet und gemeistert hatte und jetzt nicht mehr völlig selbstständig leben konnte. Er ist auf die Hilfe aus seiner Umgebung angewiesen.

 

Dazu fiel mir folgende Redensart ein:

Man soll keinen alten Baum verpflanzen.

Plötzlich malte ich in meinen Gedanken ein Bild und verglich die Entwicklung eines Baumes mit der eines Menschen.

 

Ein Baum ist in jungen Jahren biegsam und beweglich - ein junger Mensch auch.

Ein Baum verwurzelt an seinem Standort immer mehr - ein Mensch wird sesshaft und baut sich eine Existenz auf.  

Ein Baum trägt Früchte und bietet Schatten  und Schutz - ein Ehepaar lässt Kinder in seiner Obhut aufwachsen und bietet ihnen Liebe, Zuwendung und Schutz.

Die Äste und Zweige eines älter werdenden Baumes werden morsch und benötigen Stütze, damit sie nicht abbrechen -  die Mobilität eines Menschen lässt körperlich und geistig nach und benötigt Hilfestellungen und Stützen in ihrer Umgebung.

Der alte Baum trägt immer noch Äpfel und bietet immer noch Schatten, aber er benötigt viel Zuwendung, Pflege und Stütze  

- genauso der Mensch, er leistete bisher soviel und wird aufgrund seines Alters schwächer, aber er ist immer noch Ratgeber und ein liebenswerter Mitmensch, der einen respektablen Umgang verdient.

 

Mit diesen oben erwähnten Gedanken setzte ich mich intensiv auseinander. Ich war mir nur nicht sicher, ob ich mit einem Baum das Thema der Projektarbeit genau treffen würde.

 

Der Zufall ergab sich, dass ich zu dieser Zeit die Tochter einer Freundin und deren Freundin nach Bornhöved zu einem Treffpunkt für eine Tagesfreizeit fuhr. Die beiden Mädchen saßen im Bus und traten früh morgens ihre Reise an.

 

Die Sonne schien und meine Freundin und ich gingen ein paar Schritte zur nahegelegenen Kirche. Sofort fiel mein Blick auf einen alten knorrigen Baum am Ende des Rasenplatzes. Viele hellgrüne herzförmige Blätter strahlten uns entgegen. Und dann traute ich fast meinen Augen nicht: Der Baum wurde von mehreren Pfählen gestützt.

 

Ich sagte sofort: Das ist er! Diesen Baum soll ich malen. Er sieht so aus wie in meiner Phantasie für das Plakat. Im Hintergrund entdeckte ich noch  ein langgestrecktes weißes Haus; es schien eine  Begegnungsstätte zu sein. Auch das nahm ich als zusätzliches Zeichen, dass ich die richtige Entscheidung treffe, diesen Trompetenbaum als Lebensbaum für das gewünschte Plakat zu gestalten.

 

Hoch motiviert malte ich den ausdrucksstarken Baum auf eine große Leinwand. Mit bunten Papierstreifen deutete ich die Hilfestellungen zuhören, verstehen, helfen, stützen an, die das Thema des Projektes Wir sind Nachbarn wir machen mit deutlich machen.

 

Ich wünsche dem Arbeitskreis viel Erfolg, dass er eine Vielzahl an interessierten Menschen antrifft und für das Thema sensibilisieren kann. Für eine Verlosung spende ich das Bild, so dass aus dem Erlös die weitere Arbeit und die bunten Aktionen der Gruppe mit finanziert werden können.

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